Longevity & AgingN-Acetylcystein verändert die Konnektivität des Gehirns und den Glukosestoffwechsel bei Multipler Sklerose
Multiple Sklerose (MS) schädigt das Gehirn sowohl durch Entzündung als auch durch oxidativen Stress, doch die meisten zugelassenen Medikamente zielen nur auf die Entzündung ab. In einer kleinen randomisierten Studie der Thomas Jefferson University wurde N-Acetylcystein (NAC) getestet, ein Antioxidans, das den Glutathionspiegel im Gehirn erhöht. Daran nahmen 36 Menschen mit leichter bis mittelschwerer MS teil. Die Hälfte erhielt zusätzlich zur Standardbehandlung einmal wöchentlich NAC intravenös sowie zweimal täglich NAC oral, die andere Hälfte erhielt ausschließlich die Standardbehandlung. In der funktionellen MRT zeigte sich in der NAC-Gruppe eine veränderte Konnektivität im unteren Frontalbereich, im Kleinhirn sowie in Teilen des Temporal- und Parietallappens. PET-Untersuchungen ergaben in mehreren dieser Areale einen entsprechenden Anstieg des Glukosestoffwechsels. Die von den Teilnehmenden selbst berichteten Verbesserungen von Kognition und Aufmerksamkeit gingen mit diesen Veränderungen im Gehirn einher. Die Ergebnisse sind vorläufig und stammen aus einer kleinen Studie, deuten aber darauf hin, dass ein gezielter Ansatz gegen oxidativen Stress bestehende MS-Therapien ergänzen und die Gehirnfunktion schützen könnte.