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Frauen kommen bei Ultramarathons besser mit Hitze zurecht als Männer, zeigt eine groß angelegte Studie

Die Analyse von 1,35 Millionen Zieleinläufen zeigt, dass die Laufgeschwindigkeit von Frauen bei steigenden Temperaturen und Luftfeuchtigkeit besser standhält als die von Männern.

Sonntag, 20. September 2026 0 Aufrufe
Veröffentlicht in Med Sci Sports Exerc
A woman and man running side by side on a sun-baked trail, visibly sweating, with a thermometer and bright sky in the background

Zusammenfassung

Eine groß angelegte Analyse von über 1,35 Millionen Ultramarathon-Zielzeiten aus 8.582 Rennen ergab, dass steigende Lufttemperaturen Männer stärker verlangsamen als Frauen. Bei kühlen Temperaturen liefen Männer im Durchschnitt etwa 0,73 km/h schneller als Frauen. Bei 34 °C schrumpfte dieser Unterschied auf lediglich 0,34 km/h – und sank bei gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit weiter auf 0,21 km/h. Relative Luftfeuchtigkeit vergrößerte den Leistungsunterschied unabhängig davon geringfügig, während Sonneneinstrahlung minimale und für beide Geschlechter gleiche Auswirkungen hatte. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Frauen bei lang andauernden Ausdauerveranstaltungen unter heißen und feuchten Bedingungen einen bedeutsamen physiologischen Vorteil bei der Thermoregulation besitzen. Dies hat praktische Konsequenzen für die Rennplanung, das Training bei Hitze und das Verständnis dafür, wie das biologische Geschlecht die körperliche Belastbarkeit unter anspruchsvollen Umweltbedingungen beeinflusst.

Detaillierte Zusammenfassung

Das Verständnis, wie Umweltbedingungen die körperliche Leistungsfähigkeit des Menschen beeinflussen, ist für Athleten, Trainer und alle, die ihre funktionale Kapazität über die gesamte Lebenserwartung erhalten möchten, von wesentlicher Bedeutung. Hitzestress zählt zu den wirkungsvollsten Leistungsbegrenzern bei Ausdauerbelastungen, und aufkommende Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Frauen möglicherweise widerstandsfähiger gegenüber dessen Auswirkungen sind als Männer.

Diese Studie analysierte 1.353.878 Zielzeiten aus 8.582 Ultramarathon-Rennen mit Distanzen zwischen 50 und 161 km. Die Rennen erstreckten sich über täglich gemittelte Lufttemperaturen von 0–34 °C, relative Luftfeuchtigkeit von 0–100 % und Sonneneinstrahlung von 0–700 W/m². Ein lineares gemischtes Effektmodell wurde verwendet, um die Laufgeschwindigkeit von Frauen und Männern getrennt zu schätzen und zu quantifizieren, wie sich der Geschwindigkeitsunterschied zwischen den Geschlechtern unter verschiedenen Wetterbedingungen veränderte.

Die Ergebnisse waren bemerkenswert. Bei kühlen Temperaturen (0–8 °C) liefen Männer etwa 0,73 km/h schneller als Frauen. Mit steigender Temperatur auf 34 °C verringerte sich dieser Abstand auf 0,34 km/h. In Kombination mit 90 % relativer Luftfeuchtigkeit schrumpfte der Abstand auf lediglich 0,21 km/h. Hohe Luftfeuchtigkeit allein vergrößerte den Geschlechterunterschied leicht um etwa 0,07 km/h über den gesamten Bereich – ein Effekt, der in seiner Richtung entgegengesetzt, in seiner Stärke jedoch geringer war als der Temperatureffekt. Die Sonneneinstrahlung hatte bei beiden Geschlechtern einen geringen Einfluss auf die Geschwindigkeit, ohne bedeutsamen Unterschied zwischen ihnen.

Diese Erkenntnisse bestätigen und erweitern frühere Marathonforschung: Die thermoregulatorische Physiologie von Frauen bietet einen bedeutsamen kompetitiven und physiologischen Vorteil bei längerer Hitzeexposition. Die insgesamt langsameren Tempi bei Ultramarathons sollten eigentlich den Hitzestress reduzieren und die Geschlechterunterschiede abschwächen – dennoch blieb der weibliche Vorteil bestehen und war unter heißen und feuchten Bedingungen erheblich.

Für den an Langlebigkeit interessierten Leser verdeutlicht diese Forschung, wie das biologische Geschlecht die körperliche Widerstandsfähigkeit unter thermischem Stress beeinflusst – ein Faktor, der mit zunehmendem Alter immer relevanter wird, da die Alterung die thermoregulatorische Effizienz verringert. Die Studie ist durch die ausschließliche Nutzung des Abstracts sowie durch wetterliche Durchschnittswerte auf Rennebene eingeschränkt, die individuelle Bedingungen möglicherweise nicht erfassen.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Men's ultramarathon speed dropped more steeply with heat, shrinking the male-female speed gap from 0.73 km/h at cool temps to 0.34 km/h at 34°C.
  • At 34°C combined with 90% relative humidity, the male-female speed difference compressed to just 0.21 km/h.
  • Relative humidity independently widened the sex performance gap by about 0.07 km/h across its full range.
  • Solar irradiance had a small effect on running speed and did not differ significantly between women and men.
  • Women's thermoregulatory advantage in heat persists even at the slower paces typical of ultramarathons.

Methodik

Die Studie verwendete ein lineares gemischtes Effektmodell, das auf 1.353.878 Zielzeiten aus 8.582 Ultramarathon-Rennen (50–161 km) angewendet wurde. Zu den umweltbezogenen Prädiktoren zählten die täglich gemittelte Lufttemperatur, die relative Luftfeuchtigkeit und die Sonneneinstrahlung. Dieses Beobachtungsdesign ermöglicht Rückschlüsse im großen Maßstab, kann jedoch individuelle Faktoren wie Trainingsstatus, Alter oder Laufstrategie nicht vollständig kontrollieren.

Studienlimitierungen

Diese Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract, da der vollständige Artikel nicht verfügbar war. Tägliche Wetterdurchschnittswerte auf Rennebene spiegeln möglicherweise nicht die Bedingungen wider, denen einzelne Läufer während eines Rennens tatsächlich ausgesetzt waren. Störvariablen wie Altersverteilung, Trainingshistorie, Bekleidung und Hydrationsstrategien konnten in diesem Beobachtungsdatensatz nicht kontrolliert werden.

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