Longevity & AgingPressemitteilung

Krankenhausinfektionen in den USA um 27 % seit 2015 gesunken – dennoch noch 470.000 Patienten betroffen

CDC-Daten belegen erhebliche Fortschritte bei im Krankenhaus erworbenen Infektionen, während Fälle von Wundinfektionen nach Operationen und Lungenentzündungen hartnäckig bestehen bleiben.

Donnerstag, 16. Juli 2026 2 Aufrufe
Veröffentlicht in MedPage Today
Article visualization: US Hospital Infections Drop 27% Since 2015 But 470K Patients Still Affected

Zusammenfassung

Eine neue CDC-Studie, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, ergab, dass nosokomiale Infektionen (HAIs) in den USA zwischen 2015 und 2023 um 27 % zurückgegangen sind. Der Rückgang war maßgeblich auf weniger C.-difficile-Infektionen, zentralkatheter-assoziierte Blutstrominfektionen und katheter-assoziierte Harnwegsinfektionen zurückzuführen. Trotz dieser Fortschritte erwarben schätzungsweise 471.555 Krankenhauspatienten im Jahr 2023 noch mindestens eine Infektion. Postoperative Wundinfektionen und nicht beatmungsassoziierte Pneumonien zeigten die geringsten Verbesserungen. Pneumonie blieb in beiden Erhebungsjahren die häufigste nosokomiale Infektion. Die Forscher weisen darauf hin, dass bessere Überwachungsinstrumente – darunter auf elektronischen Krankenakten basierende Surveillance-Definitionen – erforderlich sind, um bei diesen schwerer zu verhütenden Infektionen weitere Reduktionen zu erzielen.

Detaillierte Zusammenfassung

Krankenhauserworbene Infektionen (HAIs) stellen nach wie vor eine erhebliche Bedrohung für die Patientengesundheit dar, doch neue CDC-Daten geben Anlass zu echter Hoffnung. Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie berichtet von einem Rückgang der HAI-Prävalenz in US-Krankenhäusern um 27 % zwischen 2015 und 2023 – ein Zeichen dafür, dass koordinierte Präventionsstrategien wirken, auch wenn weiterhin Lücken bestehen.

Die Forschungsarbeit stützte sich auf Umfragedaten des CDC Emerging Infections Program aus rund 200 US-Krankenhäusern in 10 Bundesstaaten. In 151 Krankenhäusern, für die Daten aus beiden Jahren vorlagen, sank der Anteil der Patienten mit mindestens einer HAI an einem beliebigen Tag von 3,2 % auf 2,6 %. Adjustierte Analysen bestätigten, dass Patienten im Jahr 2023 im Vergleich zu 2015 eine um 27 % geringere Wahrscheinlichkeit hatten, eine HAI zu erwerben (Risikoverhältnis 0,73).

Die größten Fortschritte wurden in drei spezifischen Infektionskategorien erzielt. C.-difficile-Infektionen gingen von 0,54 % auf 0,22 % zurück. Durch zentrale Katheter verursachte Blutbahninfektionen sanken von 0,30 % auf 0,16 %. Katheterassoziierte Harnwegsinfektionen gingen von 0,20 % auf 0,09 % zurück. Diese gerätebezogenen Infektionen stehen seit Jahren im Mittelpunkt strenger Krankenhausprotokolle, und die Daten deuten darauf hin, dass sich diese Bemühungen auszahlen.

Das Bild ist jedoch weniger ermutigend bei chirurgischen Wundinfektionen und nicht beatmungsassoziierter Pneumonie, die zusammen einen großen Anteil der verbleibenden HAIs ausmachen. Pneumonie war in beiden Erhebungsjahren die häufigste HAI, und über 60 % aller HAIs waren weder mit einem Gerät noch einem Eingriff verbunden – was bedeutet, dass sie mit vorhandenen Präventionsmitteln schwerer zu bekämpfen sind. Die Forscher nennen das Fehlen einer standardisierten elektronischen Überwachungsdefinition für nicht beatmungsassoziierte Pneumonie als zentrales Hindernis für weitere Fortschritte.

Für gesundheitsbewusste Personen unterstreichen diese Daten, wie wichtig es ist, vor jedem Krankenhauseingriff nach Infektionspräventionsprotokollen zu fragen. Obwohl systemische Verbesserungen offensichtlich sind, erwarben im Jahr 2023 noch immer fast eine halbe Million Amerikaner eine Krankenhausinfektionen, weshalb Wachsamkeit und informierte Patientenvertretung so wichtig sind wie eh und je.

Wichtigste Erkenntnisse

  • HAIs in US hospitals fell 27% from 2015 to 2023, per adjusted CDC data from 151 hospitals.
  • C. difficile infections dropped by more than half, from 0.54% to 0.22% of patients.
  • An estimated 471,555 US hospital patients still acquired at least one infection in 2023.
  • Pneumonia remained the most common HAI and showed only modest improvement over the period.
  • Over 60% of HAIs were not linked to a device or procedure, limiting targeted prevention efforts.

Methodik

Hierbei handelt es sich um einen Nachrichtenbericht, der eine von Forschern der CDC veröffentlichte, peer-reviewte Studie aus dem New England Journal of Medicine zusammenfasst. Die Studie nutzte Erhebungsdaten des CDC Emerging Infections Program aus 218 Krankenhäusern in 10 Bundesstaaten aus dem Jahr 2023, verglichen mit 199 Krankenhäusern aus dem Jahr 2015, und umfasste mehr als 13.000 Patienten pro Erhebung. Die Qualität der Evidenz ist angesichts der großen Stichprobe, der adjustierten Analysen und der renommierten Zeitschriftenpublikation als hoch einzustufen.

Studienlimitierungen

Die Erhebungsdaten erfassen jeweils nur einen einzigen Tag pro Krankenhaus, was möglicherweise nicht die ganzjährigen Infektionsraten oder saisonalen Schwankungen widerspiegelt. Die Stichprobe aus 10 Bundesstaaten ist zwar umfangreich, repräsentiert jedoch möglicherweise nicht alle Krankenhaustypen und Regionen der USA vollständig. Für ein vollständiges Bild der Unterschiede zwischen Untergruppen sollten die vollständigen Primärstudiendaten sowie ergänzende Analysen herangezogen werden.

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