Metabolic HealthChirurgie vs. Ozempic: Warum bariatrische Eingriffe bei dauerhafter Gewichtsreduktion nach wie vor die Nase vorn haben
Weltweit leben mittlerweile fast eine Milliarde Erwachsene mit Adipositas, was ihr Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und vorzeitigen Tod erheblich erhöht. Die bariatrische Chirurgie bleibt die wirksamste und dauerhafteste Behandlungsoption, dennoch erhalten weniger als 1 % der geeigneten Patienten diesen Eingriff. Der Aufstieg der GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid wirft dringende Fragen auf, ob eine Operation überhaupt noch notwendig ist. Diese Übersichtsarbeit aus dem Brigham and Women's Hospital fasst die aktuelle Evidenz zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Operation nach wie vor zu einem größeren und nachhaltigeren Gewichtsverlust führt als eine alleinige medikamentöse Therapie. Die beiden Ansätze müssen jedoch nicht in Konkurrenz stehen: GLP-1-Medikamente können Patienten vor einer Operation optimieren oder bei einer postoperativen Gewichtszunahme eingesetzt werden. Die Autoren plädieren für ein Chronisches-Krankheits-Management-Modell, das Pharmakotherapie, chirurgische Eingriffe und multidisziplinäre Versorgung integriert und auf die individuellen Bedürfnisse und Umstände jedes Einzelnen abgestimmt ist.