Longevity & AgingSechs Jahrzehnte zelluläre Seneszenzforschung in einer wegweisenden Übersichtsarbeit kartiert
Zelluläre Seneszenz – der Zustand, in dem Zellen dauerhaft aufhören sich zu teilen, aber metabolisch aktiv bleiben – wurde erstmals 1961 beschrieben. Im Laufe von sechs Jahrzehnten verwandelten Wissenschaftler sie von einer Kuriosität in einen der bedeutsamsten Mechanismen der Alterungsbiologie. Dieser Review des European Research Institute for the Biology of Aging zeichnet diesen Weg nach: von der Telomerverkürzung und der Tumorunterdrückung bis zur Entdeckung, dass seneszente Zellen einen Cocktail aus Entzündungssignalen freisetzen – bekannt als SASP –, der das umliegende Gewebe schädigen kann. Mausstudien bewiesen später, dass seneszente Zellen altersbedingte Erkrankungen direkt vorantreiben. Heute können Wirkstoffe namens Senolytika diese Zellen gezielt beseitigen, und erste klinische Studien sind bereits im Gange. Aufkommende Einzelzell-Technologien und präzise Biomarker versprechen, die Seneszenzforschung in naher Zukunft noch stärker in die Praxis zu überführen.