Autoimmune & ArthritisSenolytics und Senomorphika könnten einen neuen Behandlungsansatz bei Riesenzellarteriitis bieten
Riesenzellarteriitis (GCA) ist eine entzündliche Erkrankung der großen Gefäße, die ihren Häufigkeitsgipfel zwischen dem 70. und 80. Lebensjahr hat. Standardtherapien unterdrücken zwar die Entzündung, erfassen jedoch möglicherweise nicht die tiefergehenden altersbedingten Mechanismen. Diese Übersichtsarbeit untersucht, ob Senotherapeutika – Medikamente, die auf seneszente Zellen abzielen – diese Lücke schließen könnten. Seneszente Zellen reichern sich in den betroffenen Arterien an und setzen ein schädliches Gemisch pro-inflammatorischer Signalstoffe frei, das als SASP bezeichnet wird und den Gefäßschaden verschlimmert. Senolytika wie Fisetin, Quercetin, Curcumin und Dasatinib eliminieren diese Zellen selektiv, während Senomorphika wie Resveratrol, Metformin, Rapamycin und Ruxolitinib deren schädliche Sekretionen dämpfen, ohne die Zellen zu zerstören. Beide Substanzklassen modulieren Signalwege wie NF-κB, mTOR, JAK/STAT und Sirtuine. Die Autoren argumentieren, dass die gezielte Beeinflussung der Zellseneszenz bei GCA sowohl biologisch plausibel als auch klinisch aktuell ist – wenngleich optimale Wirkstoffe, Dosierungen und Sicherheitsprofile, insbesondere hinsichtlich vaskulärer Nebenwirkungen, noch etabliert werden müssen.