Longevity & AgingOsteosarkopenie: Der schleichende Verlust von Knochen und Muskulatur erhöht das Risiko für Stürze, Knochenbrüche und Tod
Osteosarkopenie bezeichnet das gleichzeitige Auftreten von Osteoporose (brüchige Knochen) und Sarkopenie (Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft). Diese narrative Übersichtsarbeit argumentiert, dass beide Erkrankungen gemeinsame mechanische, hormonelle, entzündliche und metabolische Ursachen haben, darunter Fetteinlagerungen im Gewebe, Lipotoxizität und eine gestörte Tryptophan-Kynurenin-Verstoffwechselung. Menschen mit dem kombinierten Syndrom haben ein höheres Risiko für Stürze, Knochenbrüche, Behinderung, Krankenhausaufenthalte, Pflegeheimaufnahme und Tod. Die Diagnose kombiniert die Knochendichtemessung mittels DXA mit einer Sarkopenie-Beurteilung (SARC-F-Screening, Handgriffkraft, Ganggeschwindigkeit, fettfreie Muskelmasse) nach den EWGSOP2-Kriterien. Es gibt kein zugelassenes Medikament, das auf beide Gewebe abzielt; die Behandlung stützt sich auf Osteoporose-Medikamente sowie Krafttraining, ausreichend Protein, Vitamin D und Calcium. Hormonelle, entzündungshemmende, metabolische und zellbasierte Therapien befinden sich noch in der Erprobung, und es sind Studien zu kombinierten Interventionen erforderlich.