Brain HealthMetabolische Umprogrammierung bietet neuen Ansatz zur Eindämmung der progressiven Multiplen Sklerose
Multiple Sklerose wurde lange als reine Autoimmunerkrankung behandelt, doch moderne Immuntherapien können die fortschreitende Neurodegeneration nicht aufhalten. Dieses Review betrachtet MS neu: auch als Stoffwechselerkrankung. Proinflammatorische Immunzellen sind auf aerobe Glykolyse angewiesen, die durch mTOR und HIF-1α gesteuert wird, während schützende Zellen und Neuronen auf Fettsäureoxidation über AMPK angewiesen sind. Wenn die Glykolyse dominiert, hält die chronische Entzündung an und die Myelinreparatur scheitert. Bemerkenswert ist, dass bereits eingesetzte MS-Medikamente wie Dimethylfumarat und Teriflunomid offenbar zum Teil über metabolische Mechanismen wirken. Neue Therapieansätze – darunter Metformin (AMPK-Aktivierung), Glutaminase-Inhibitoren, mTOR-Inhibitoren und NAD+-Vorstufen – zielen gezielt auf dieses metabolische Ungleichgewicht ab, um die Remyelinisierung zu fördern und Neuroinflammation zu reduzieren. Die Autoren argumentieren, dass diese metabolische Perspektive eine neue Therapieära für die progrediente MS eröffnet.