Brain HealthWie fehlgefaltete Proteinklumpen Alzheimer und ALS vorantreiben – und wie man sie aufhalten kann
Viele Proteine in unseren Zellen besitzen keine feste Form – sie sind von Natur aus ungeordnet – und diese Flexibilität ermöglicht es ihnen, vorübergehende, flüssigkeitsähnliche Tröpfchen zu bilden, sogenannte biomolekulare Kondensate. Diese Tröpfchen sind normal und für die Genregulation sowie Stressreaktionen unerlässlich. Das Problem entsteht, wenn die flüssigen Tröpfchen sich abnormal verfestigen. Bei Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, ALS und frontotemporaler Demenz durchlaufen Schlüsselproteine – Tau, Alpha-Synuclein, TDP-43 und FUS – genau diesen toxischen Flüssig-zu-Fest-Übergang und bilden Aggregate, die Neuronen schädigen. Dieser umfassende Übersichtsartikel fasst das aktuelle Verständnis darüber zusammen, wie diese Übergänge stattfinden, welche zellulären Signale sie steuern (darunter Phosphorylierung und andere chemische Modifikationen) und wie neue KI-gestützte Werkzeuge die Entdeckung neuer Zusammenhänge beschleunigen. Von besonderer Bedeutung ist die Einführung eines therapeutischen Rahmens, der als kondensatmodifizierende Medikamente bezeichnet wird und vier Strategien vorschlägt – Auflöser, Induktoren, Lokalisatoren und Umgestalter –, um das normale Proteinverhalten in erkrankten Neuronen pharmakologisch wiederherzustellen.