Heart HealthWie sich die Perikarditis-Behandlung von der Chirurgie zu gezielten Biologika entwickelt hat
Perikarditis – eine Entzündung des Herzbeutels – ist seit der Antike bekannt, doch ihre Behandlung hat sich im vergangenen Jahrhundert grundlegend gewandelt. Dieser Übersichtsartikel in *Circulation* zeichnet diese Entwicklung nach: von frühen chirurgischen Optionen wie der Perikardiektomie über die Einführung von NSAIDs und Kortikosteroiden in der Mitte des 20. Jahrhunderts, die zwar die Symptome linderten, aber inakzeptabel hohe Rezidivraten hinterließen. Colchicin, in randomisierten Studien validiert, wurde zur Eckpfeiler-Therapie. Den bedeutendsten jüngsten Fortschritt stellt die Erkenntnis dar, dass rezidivierende Perikarditis häufig eine autoinflammatorische Grundlage hat – was den Weg für Interleukin-1-Inhibitoren, nämlich Anakinra und Rilonacept, bei therapierefraktären Fällen ebnete. Bildgebende Fortschritte, insbesondere die kardiale MRT, ermöglichen heute eine präzise Gewebecharakterisierung und Risikostratifizierung. Diese Entwicklungen insgesamt markieren den Übergang von einer empirischen zu einer personalisierten, mechanismusbasierten Versorgung eines Krankheitsbilds, das Herzfunktion und Lebensqualität in allen Altersgruppen Erwachsener beeinträchtigt.