Longevity & AgingWie Nierenerkrankungen das Kontrollzentrum der Zelle kapern
Das endoplasmatische Retikulum (ER) fungiert als zelluläres Drehkreuz und koordiniert den Kalziumhaushalt, den Lipidstoffwechsel und die Proteinkontrolle über mehrere Organellen hinweg. Dieser Übersichtsartikel in Nature Reviews Nephrology erläutert, wie das ER über Membran-Kontaktstellen physisch mit Mitochondrien, dem Golgi-Apparat, Endosomen und der Plasmamembran verbunden ist und so einen schnellen Ionen- und Lipidaustausch ermöglicht. Wenn diese Kommunikationskanäle gestört werden, können Nierenerkrankungen wie diabetische Nierenerkrankung, akute Nierenschädigung und polyzystische Nierenerkrankung entstehen oder sich verschlimmern. Entscheidend ist, dass mehrere bereits zugelassene oder experimentelle Medikamente – darunter SGLT2-Inhibitoren, AMPK-Aktivatoren, mTOR-Inhibitoren und RAAS-Blocker – die ER-Mitochondrien-Kommunikation in Labormodellen offenbar wiederherstellen und Nierenschäden reduzieren, was neue therapeutische Ansätze für die Nephrologie nahelegt.