Longevity & AgingGebrechlichkeit ist weit mehr als Muskelschwund – ein neues biopsychosoziales Modell definiert sie neu
Jahrzehntelang wurde Gebrechlichkeit fast ausschließlich anhand körperlicher Merkmale definiert – langsamer Gang, Muskelschwäche und unbeabsichtigter Gewichtsverlust. Ein bedeutendes Review aus dem Jahr 2026 in der *Clinical Geriatrics Medicine* argumentiert, dass Gebrechlichkeit weitaus umfassender ist: ein multidimensionales biopsychosoziales Syndrom, das kognitive, soziale und psychologische Dimensionen neben den körperlichen einschließt. Die Autoren geben einen Überblick über aktualisierte Definitionen für jede Domäne, die von Klinikern eingesetzten Beurteilungsinstrumente zu deren Erkennung, epidemiologische Daten zur Häufigkeit jedes Typs, die biologischen und sozialen Ursachen sowie aktuelle Rahmenkonzepte zur Prävention und Behandlung. Die Erweiterung der Definition von Gebrechlichkeit hat Sozial- und Verhaltenswissenschaftler in ein Fachgebiet geführt, das einst von Geriaterinnen und Geriatern dominiert wurde, und eröffnet neue Interventionsmöglichkeiten. Das vollständige Verständnis der Reichweite von Gebrechlichkeit ist für jeden unerlässlich, der nicht nur die Lebenserwartung verlängern, sondern echte funktionelle Unabhängigkeit bis ins hohe Alter bewahren möchte.