Longevity & AgingDie Reparatur der Blutgefäße im Gehirn könnte neue Demenzbehandlungen ermöglichen
Vaskuläre kognitive Beeinträchtigung und Demenz (VCID) ist eine der häufigsten Ursachen für kognitiven Abbau im höheren Lebensalter, dennoch existieren bislang keine zugelassenen krankheitsmodifizierenden Therapien. Diese Übersichtsarbeit vertritt die These, dass eine Dysfunktion der neurovaskulären Einheit – bedingt durch Erkrankungen der kleinen Gefäße, den Zusammenbruch der Blut-Hirn-Schranke, chronisch verminderten Blutfluss und Neuroinflammation – den zentralen Mechanismus darstellt, der VCID in seinen vielfältigen Erscheinungsformen antreibt. Die Autoren synthetisieren die aktuelle Pathobiologie und beleuchten aufkommende Therapiestrategien zur Wiederherstellung der neurovaskulären Gesundheit, darunter die Stabilisierung des Endothels und die Reduktion vaskulärer Entzündungsprozesse. Als Fallstudie präsentieren sie präklinische Belege für einen Mas-Rezeptor-Agonismus mittels PNA5, einem glykosylierten Angiotensin-(1-7)-Analogon, als vielversprechenden vaskulär ausgerichteten Therapieansatz. Die Übersichtsarbeit befasst sich darüber hinaus damit, wie verbesserte Biomarker und eine gezieltere Patientenstratifizierung das Design früher klinischer Studien für dieses bislang wenig beachtete Krankheitsbild optimieren könnten.