Longevity & AgingErschöpfte Immunzellen verbreiten Dysfunktion wie eine Infektion – und ein Schlüsselenzym stoppt sie
Monozytische Erschöpfung – ein dysfunktionaler Immunzustand, der bei Sepsis und chronischer Entzündung auftritt – kann sich von erschöpften Zellen auf gesunde benachbarte Monozyten durch direkten Zell-zu-Zell-Kontakt ausbreiten, nicht nur über lösliche Signalmoleküle. Forschende identifizierten CD38, ein metabolisches Enzym, das den wichtigen Kofaktor NAD⁺ abbaut, sowie die mTOR-Signalgebung als zentrale Regulatoren dieser Ausbreitung. Erschöpfte Monozyten schädigten zudem die Auskleidungszellen der Blutgefäße, steigerten entzündliche Adhäsionsmoleküle und unterdrückten die T-Zell-Aktivität. Entscheidend ist, dass die Blockade von CD38 mit dem Inhibitor 78c oder die Hemmung von mTOR diese schädlichen Effekte teilweise umkehrte, die Monozytenfunktion wiederherstellte und die Gesundheit von Endothel- und T-Zellen schützte. Diese Erkenntnisse weisen auf die CD38–mTOR-Achse als vielversprechendes therapeutisches Ziel bei entzündlichen Erkrankungen und Erkrankungen mit Immunerschöpfung hin.