SupplementsBerberin zielt mit einer einzigen Verbindung auf fünf zentrale Kennzeichen des Alterns ab
Berberin, ein pflanzliches Alkaloid, das seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin eingesetzt wird, gewinnt als Multi-Target-Anti-Aging-Verbindung zunehmend wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Diese Übersichtsarbeit beschreibt im Detail, wie Berberin AMPK durch eine leichte Hemmung des mitochondrialen Komplex I aktiviert, was wiederum mTOR unterdrückt, Autophagie und Mitophagie fördert und geschädigten Zellschrott beseitigt. Darüber hinaus begrenzt es überschüssige reaktive Sauerstoffspezies und aktiviert gleichzeitig die Nrf2-gesteuerten antioxidativen Abwehrmechanismen. Im Bereich der Entzündungsregulation blockiert Berberin NF-κB und reduziert wichtige pro-inflammatorische Zytokine, darunter TNF-α, IL-6 und IL-1β. Besonders bemerkenswert ist seine Wirkung als senomorphisches Agens – es dämpft die schädlichen Sekretionsprodukte seneszenter Zellen (den SASP), ohne einen massiven Zelltod auszulösen. Die Übersichtsarbeit befasst sich zudem mit den bekannten pharmakokinetischen Einschränkungen von Berberin, insbesondere seiner geringen oralen Bioverfügbarkeit, die eine wesentliche translationelle Hürde darstellt, bevor klinische Empfehlungen ausgesprochen werden können.