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TFOS DEWS III definiert die Trockene-Augen-Erkrankung neu – mit einer wegweisenden globalen Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025

Das umfassendste Update zum Thema trockenes Auge seit 2017 enthüllt neue Subtypen, Biomarker und Behandlungswege in 7 wichtigen Forschungsbereichen.

Samstag, 25. Juli 2026 6 Aufrufe
Veröffentlicht in Am J Ophthalmol
Close-up macro shot of a human eye with a visible tear meniscus, soft clinical lighting, teal and white tones

Zusammenfassung

Der TFOS DEWS III Digest fasst die weltweite Forschung zu trockenen Augen (Dry Eye Disease, DED) zusammen, die seit 2017 veröffentlicht wurde, und umfasst sieben zentrale Bereiche: Geschlecht und Hormone, Epidemiologie, Pathophysiologie, Tränenfilmbiologie, Schmerz und Empfindung, iatrogene Ursachen sowie das Design klinischer Studien. Zu den wichtigsten Fortschritten zählen präzisere Unterscheidungen zwischen dem wässrig-defizienten und dem verdunstungsbasierten DED-Subtyp, die Anerkennung von mitochondrialem Stress und neurogener Entzündung als Krankheitstreiber sowie die Identifizierung von microRNAs als aufkommende Biomarker im Tränenfilm. Sexualhormone, Epigenetik und geschlechtsspezifisches Inanspruchnahmeverhalten medizinischer Versorgung gelten nun als wesentliche Modulatoren der Augenoberflächengesundheit. Zu den neuen Risikofaktoren gehören Umweltbelastungen, systemische Erkrankungen, chirurgische Eingriffe, Medikamente und das Tragen von Kontaktlinsen. Auch das Design klinischer Studien entwickelt sich weiter, um Endpunkte besser auf DED-Subtypen und therapeutische Mechanismen abzustimmen.

Detaillierte Zusammenfassung

Trockenes Auge (DED) betrifft weltweit Hunderte von Millionen Menschen und bleibt eine der häufigsten, jedoch nach wie vor unzureichend behandelten Erkrankungen in der Ophthalmologie. Da die Lebenserwartung steigt und die Bildschirmzeit weltweit zunimmt, war es noch nie so dringend wie heute, die multifaktorielle Natur von DED zu verstehen – insbesondere für alternde Bevölkerungsgruppen, die unverhältnismäßig stark von dieser Erkrankung betroffen sind.

Der TFOS DEWS III Digest ist ein interdisziplinärer Konsensbericht, der die bedeutendsten Forschungsergebnisse zu trockenen Augen zusammenfasst, die seit den TFOS DEWS II-Berichten von 2017 veröffentlicht wurden. Er wurde von einem internationalen Team aus Ophthalmologen, Optometristen und biomedizinischen Wissenschaftlern verfasst und gliedert die Erkenntnisse in sieben Themenbereiche: Geschlecht und Hormone; Epidemiologie; Pathophysiologie; Tränenfilmbiologie; Schmerz und Empfindung; iatrogenes trockenes Auge; sowie Design klinischer Studien.

Zu den bedeutendsten Erkenntnissen gehört die Klärung pathophysiologischer Unterschiede zwischen aquäsem Defizit und evaporativem DED. Das evaporative DED – der häufigere Subtyp – ist nun durch eine abgeschwächte Entzündungsreaktion, Meibomdrüsendysfunktion und mögliche phänotypische Veränderungen in kornealen Epithelzellen gekennzeichnet. Neu identifizierte zelluläre Stressoren, darunter Hyperosmolarität, mitochondrialer Stress und neurogene Entzündung, werden als wesentliche Krankheitsverstärker eingestuft. MicroRNAs haben sich als vielversprechende Tränenfilm-Biomarker erwiesen, die eine präzisere Diagnose und therapeutische Verlaufskontrolle ermöglichen könnten.

Unterschiede zwischen den biologischen Geschlechtern sind mittlerweile als wesentliche Modulatoren der Augenoberflächengesundheit fest etabliert. Hormonelle Einflüsse, Geschlechtschromosomen, epigenetische Faktoren sowie geschlechtsspezifische Unterschiede im Gesundheitsverhalten tragen allesamt zur höheren DED-Prävalenz bei Frauen bei. Epidemiologische Daten bestätigen, dass die Prävalenz mit Alter und Geschlecht variiert, und zu den neu definierten Risikokategorien zählen Umweltbelastungen, Lebensstilfaktoren, systemische Erkrankungen, Medikamente, Kontaktlinsen sowie chirurgische Eingriffe.

Auch die Methodik klinischer Studien entwickelt sich weiter, mit stärkerem Fokus auf die Abstimmung von Studienendpunkten auf spezifische DED-Subtypen und Therapiemechanismen. Obwohl dieser Digest den aktuellen Goldstandard in der DED-Wissenssynthese darstellt, kann seine Abhängigkeit von veröffentlichter Literatur bis zu einem festgelegten Stichtag dazu führen, dass neu entstehende Therapien möglicherweise nicht vollständig erfasst werden.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Evaporative DED — the most common subtype — features muted inflammation, meibomian gland dysfunction, and corneal epithelial phenotypic changes.
  • MicroRNAs identified as promising tear film biomarkers for diagnosing and monitoring dry eye disease.
  • Mitochondrial stress, hyperosmolarity, and neurogenic inflammation are newly recognized pathophysiological drivers of DED.
  • Sex hormones, epigenetics, and gender-related care behaviors significantly modulate ocular surface disease risk and severity.
  • Iatrogenic DED can be caused by medications, contact lenses, and surgical procedures, warranting proactive clinical screening.

Methodik

Dies ist ein umfassender narrativer Überblick und Konsensusbericht, kein originaler klinischer Versuch. Er synthetisiert peer-reviewed Forschung zu trockenen Augen, die weltweit seit den TFOS DEWS II-Berichten von 2017 in sieben thematischen Bereichen veröffentlicht wurde. Das Autorenteam umfasst mehrere Länder und Disziplinen und bietet damit eine breite internationale und interdisziplinäre Perspektive.

Studienlimitierungen

Als Zusammenfassung bestehender Literatur und nicht als eigenständige Primärstudie unterliegen die Erkenntnisse der Qualität und dem Umfang der bereits veröffentlichten Forschung. Der Stichtag für die einbezogenen Studien bedeutet, dass die neuesten therapeutischen Entwicklungen möglicherweise nicht berücksichtigt sind. Darüber hinaus variieren epidemiologische Prävalenzschätzungen je nach den in den verschiedenen Studien verwendeten Diagnosekriterien erheblich.

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