Höherer BMI mit längerer Überlebensdauer bei Menschen über 90 Jahren verbunden, zeigt große Studie
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Übergewicht Neunzigjährigen und Hundertjährigen tatsächlich dabei helfen kann, länger zu leben – und stellt damit die gängige BMI-Weisheit in Frage.
Zusammenfassung
Eine bahnbrechende Studie mit 780 Personen im Alter von 90 Jahren und älter ergab, dass ein höherer Body-Mass-Index mit einer längeren Überlebenszeit verbunden ist – ein Befund, der der gängigen Gesundheitsempfehlung widerspricht. Die Forscher begleiteten die Teilnehmer sechs Jahre lang und stellten fest, dass ein Anstieg des BMI um je 5 Punkte das Sterberisiko um 16 % senkte. Untergewichtige Personen wiesen die höchsten Sterblichkeitsraten auf, während normalgewichtige und übergewichtige Teilnehmer deutlich länger lebten. Dies legt nahe, dass ein etwas höheres Körpergewicht im hohen Alter möglicherweise schützend wirkt – womöglich aufgrund von Nährstoffreserven und altersbedingten Stoffwechselveränderungen, die sich von denen jüngerer Erwachsener unterscheiden.
Detaillierte Zusammenfassung
Diese wegweisende Studie stellt alles in Frage, was wir über gesundes Gewicht im hohen Alter zu wissen glaubten. Forscher begleiteten 780 französische Erwachsene ab 90 Jahren über sechs Jahre und stellten fest, dass ein höherer BMI in dieser Bevölkerungsgruppe tatsächlich eine längere Überlebensdauer vorhersagt.
Das Team analysierte Teilnehmer aus der CEPH Aging Cohort mit einem Durchschnittsalter von 99 Jahren. Sie verwendeten anspruchsvolle statistische Modelle, um Faktoren wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kognitiven Status und Rauchgeschichte zu berücksichtigen, während sie die Sterblichkeitsverläufe verfolgten.
Die Ergebnisse waren bemerkenswert: Jede BMI-Erhöhung um 5 Punkte entsprach einer Reduktion des Sterberisikos um 16 %. Untergewichtige Teilnehmer wiesen die höchsten Sterblichkeitsraten auf, während jene mit normalem oder erhöhtem BMI deutlich länger lebten. Der Schutzeffekt war bei den ältesten Teilnehmern am stärksten ausgeprägt, was darauf hindeutet, dass altersbedingte physiologische Veränderungen das Verhältnis zwischen BMI und Gesundheit verändern.
Diese Erkenntnisse haben weitreichende Implikationen für Langlebigkeitsstrategien im hohen Alter. Anders als bei jüngeren Erwachsenen, bei denen ein niedrigerer BMI typischerweise mit besserer Gesundheit korreliert, könnten Neunzig- und Hundertjährige davon profitieren, ein höheres Körpergewicht zu halten. Dies könnte die Bedeutung von Nährreserven, dem Erhalt der Muskelmasse und metabolischen Anpassungen widerspiegeln, die mit fortgeschrittenem Alter einhergehen.
Diese Studie weist jedoch Einschränkungen auf. Die Untersuchung konzentrierte sich auf französische Teilnehmer, die bereits eine außergewöhnliche Langlebigkeit erreicht hatten, was die Übertragbarkeit der Ergebnisse möglicherweise einschränkt. Darüber hinaus unterscheidet der BMI nicht zwischen Muskel- und Fettmasse, was mit zunehmendem Alter immer bedeutsamer wird. Künftige Forschung sollte die optimale Körperzusammensetzung – und nicht nur das Gewicht – im hohen Alter untersuchen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Each 5-point BMI increase reduced mortality risk by 16% in people over 90
- Underweight nonagenarians and centenarians had the highest death rates
- Normal and overweight individuals showed similar survival advantages over underweight peers
- Higher BMI was associated with 23% longer survival time in advanced age
Methodik
Forscher begleiteten 780 französische Erwachsene im Alter von 90+ Jahren (Durchschnittsalter 99,25 Jahre) aus der CEPH Aging Cohort über einen Zeitraum von sechs Jahren. Sie verwendeten Cox-Proportional-Hazards-Modelle, die für Alter, Geschlecht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Vulnerabilitätsindikatoren, kognitiven Status und Rauchgeschichte adjustiert wurden.
Studienlimitierungen
Die Studie beschränkte sich auf französische Teilnehmer, die bereits eine außergewöhnliche Langlebigkeit erreicht hatten, was die Verallgemeinerbarkeit potenziell beeinträchtigt. Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskel- und Fettmasse, was bei alternden Bevölkerungsgruppen von entscheidender Bedeutung ist. Das Beobachtungsdesign kann keinen Kausalzusammenhang zwischen einem höheren BMI und verbessertem Überleben herstellen.
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