Longevity & AgingPressemitteilung

Herzinfarktpatienten zeigen dramatisch erhöhte Mikroplastikwerte im Blut

Eine kleine italienische Studie ergab, dass STEMI-Patienten viermal mehr Mikroplastik im Blut hatten als Patienten mit stabiler Koronarerkrankung oder gesunde Patienten.

Donnerstag, 16. Juli 2026 1 Aufruf
Veröffentlicht in MedPage Today
Article visualization: Heart Attack Patients Show Dramatically Higher Blood Microplastic Levels

Zusammenfassung

Eine italienische Studie mit 61 Teilnehmern ergab, dass Patienten, die akut einen Herzinfarkt (STEMI) erlitten, im Vergleich zu Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit oder gesunden Kontrollpersonen auffallend höhere Mikroplastik- und Nanoplastikwerte im Blut aufwiesen. Bei STEMI-Patienten wurden Nachweisraten von 84 % festgestellt, gegenüber etwa 31–40 % in den anderen Gruppen, wobei die mittleren Konzentrationen etwa viermal höher lagen. Polyethylen war der am häufigsten gefundene Kunststoff, gefolgt von PVC und anderen Polymeren. Das Mikroplastik trat zudem gemeinsam mit erhöhten Entzündungsmarkern und einer stärkeren Schadstoffbelastung auf. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse im European Heart Journal, weisen jedoch darauf hin, dass die Studie nicht belegen kann, dass Mikroplastik Herzinfarkte verursacht – sondern lediglich, dass ein starker Zusammenhang zwischen der Belastung durch Plastikpartikel und akuten kardiovaskulären Ereignissen besteht.

0:00--:--

Detaillierte Zusammenfassung

Mikroplastik wurde praktisch überall auf der Erde nachgewiesen – in der Luft, im Wasser, im Boden und in Lebensmitteln – und wird zunehmend auch in menschlichem Gewebe gefunden. Eine kleine, aber aufsehenerregende italienische Studie legt nun nahe, dass Mikroplastik möglicherweise in einem bedeutsamen Zusammenhang mit einem der gefährlichsten kardiovaskulären Ereignisse steht: dem Herzinfarkt.

Forscher am Sant'Andrea University Hospital in Rom untersuchten 61 Patienten, die sich einer Koronarangiographie unterzogen, und teilten sie in drei Gruppen auf: Patienten mit einem akuten ST-Strecken-Hebungsinfarkt (STEMI), Patienten mit chronischem Koronarsyndrom sowie Patienten mit normalen Koronararterien. Blut, das während der Eingriffe direkt aus Koronar- und peripheren Gefäßen entnommen wurde, zeigte deutliche Unterschiede in der Mikroplastikbelastung zwischen den Gruppen.

Bei STEMI-Patienten wurde in 84 % der Fälle Mikroplastik oder Nanoplastik nachgewiesen, verglichen mit lediglich 40 % bei Patienten mit chronischem Koronarsyndrom und 32 % in der Kontrollgruppe. Die medianen Konzentrationen waren in der Herzinfarktgruppe etwa viermal höher – rund 1,2–1,4 Mikrogramm pro Milliliter gegenüber 0,3 in beiden Vergleichsgruppen. STEMI-Patienten wiesen zudem eine größere Vielfalt an Kunststoffpolymeren auf: Im Median wurden drei Polymertypen nachgewiesen, in den anderen Gruppen hingegen keiner. Das am häufigsten gefundene Polymer war Polyethylen (97 %), gefolgt von PVC, Polyethylenterephthalat und Nylon 66.

Darüber hinaus traten erhöhte Mikroplastikwerte gemeinsam mit höheren Entzündungsmarkern, stärkerer Exposition gegenüber Feinstaub (PM2.5) und einer Rauchergeschichte auf – allesamt etablierte kardiovaskuläre Risikofaktoren –, was darauf hindeutet, dass diese Belastungen möglicherweise zusammenwirken.

Trotz der überzeugenden Zusammenhänge weist die Studie erhebliche Einschränkungen auf. Mit nur 61 Teilnehmern kann sie keine Kausalität belegen. Kommentatoren wiesen darauf hin, dass standardisierte Nachweismethoden noch in der Entwicklung sind, langfristige epidemiologische Daten fehlen und das Verhalten von Mikroplastik im menschlichen Körper noch unzureichend verstanden wird. Gesundheitsbewusste Personen sollten diese Erkenntnisse als frühes Signal betrachten, das weiterer Untersuchung bedarf, und nicht als bestätigten Nachweis eines Schadens.

Wichtigste Erkenntnisse

  • STEMI patients had microplastics detected in 84% of blood samples vs. ~32% in healthy coronary controls.
  • Microplastic concentrations in heart attack patients were roughly 4x higher than in stable or healthy groups.
  • Polyethylene accounted for 97% of detected plastic polymers; PVC and Nylon 66 also found.
  • Elevated microplastics co-occurred with higher inflammation markers, air pollution exposure, and smoking.
  • Study found association only — not causation; 61-person sample size limits conclusions.

Methodik

Dieser Nachrichtenbericht fasst eine begutachtete Beobachtungsstudie zusammen, die im European Heart Journal veröffentlicht wurde. Die Originalstudie umfasste 61 Patienten an einem italienischen Universitätsklinikum und verwendete In-vivo-Blutprobenentnahmen während einer Koronarangiographie. Die Evidenzbasis ist vorläufig – kleine Stichprobe, Einzelzentrum, Querschnittsdesign.

Studienlimitierungen

Die Studie umfasste lediglich 61 Teilnehmer an einem einzigen italienischen Zentrum, was die Verallgemeinerbarkeit erheblich einschränkt. Das Beobachtungsdesign kann nicht belegen, ob Mikroplastik Herzinfarkte verursacht oder lediglich während akutem kardialen Stress erhöht ist. Die analytischen Methoden zum Nachweis von Mikroplastik in biologischen Proben sind noch nicht standardisiert, was zu Messunsicherheiten führt.

Hat dir diese Zusammenfassung gefallen?

Erhalte die neueste Longevity-Forschung jede Woche in deinen Posteingang.

E-Mail-Adresse zum Abonnieren eingeben: