Longevity & AgingForschungsarbeitOpen Access

Globale Geriatrie-Ausbildung im Überblick: Wie mehr als 10 internationale Initiativen zusammenwirken

Eine wegweisende Übersichtsarbeit kartiert sich überschneidende globale Geriatrie-Ausbildungsprogramme und deckt strategische Komplementaritäten für eine rasch alternde Welt auf.

Freitag, 2. Oktober 2026 1 Aufruf
Veröffentlicht in Eur Geriatr Med
Diverse group of medical professionals from multiple continents gathered around a world map marked with geriatric training program locations

Zusammenfassung

Da die Bevölkerungen weltweit altern, ist die Ausbildung ausreichend vieler geriatrischer Fachkräfte zu einer dringenden Aufgabe geworden. Dieser Sonderbeitrag kartiert mehr als zehn bedeutende transnationale Initiativen zur geriatrischen Aus- und Weiterbildung – darunter Programme von EuGMS, IAGG, UEMS, INIA, EAMA, IFA und WHO-assoziierten Organisationen – und identifiziert deren geografische Reichweite, Zielgruppen, Lehrpläne sowie strukturelle Überschneidungen. Autoren aus Organisationen auf sechs Kontinenten haben gemeinsam den Umfang jeder Initiative beschrieben und aufgezeigt, wie sich die Programme gegenseitig ergänzen, anstatt sich zu duplizieren. Die Kartierung offenbart gemeinsame Kernkompetenzen (Frailty, umfassendes geriatrisches Assessment, Multimorbidität) sowie einzigartige regionale Stärken und fordert eine stärkere Koordination, gegenseitige Anerkennung und den Aufbau von Kapazitäten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, wo die Infrastruktur für die geriatrische Ausbildung nach wie vor unzureichend ist.

Detaillierte Zusammenfassung

**Warum das wichtig ist:** Die Welt altert in einem beispiellosen Tempo – Erwachsene über 65 werden innerhalb weniger Jahrzehnte voraussichtlich Kinder weltweit zahlenmäßig übertreffen. Dennoch bleibt die Geriatrie eine junge und ungleich verteilte Fachrichtung; den meisten Ländern fehlen ausreichend ausgebildete Geriater und geriatrisch kompetente Fachkräfte im Gesundheitswesen, um die wachsende Nachfrage zu decken. Eine koordinierte internationale Ausbildung ist daher eine strategische Priorität.

**Was untersucht wurde:** Dieser kollaborative Sonderbeitrag, verfasst von Vertretern von mehr als einem Dutzend großer internationaler Geriatrie- und Altersorganisationen, kartiert systematisch transnationale Aus- und Weiterbildungsinitiativen in der Geriatrie. Zu den untersuchten Initiativen gehören die European Geriatric Medicine Society (EuGMS), die European Academy for Medicine of Ageing (EAMA), die European Union of Medical Specialists Geriatric Medicine Section (UEMS-GMS), die International Association of Gerontology and Geriatrics (IAGG), das International Institute on Ageing United Nations-Malta (INIA), die International Federation on Ageing (IFA), die Southeast Asian Academy in Geriatrics (SAAG), die Pan American Health Organization (PAHO/WHO) sowie verschiedene nationale und mit COST Action verknüpfte Programme. Die Analyse untersucht das Gründungsmandat, die geografische Reichweite, die Zielgruppe der Lernenden, den Lehrplaninhalt, das Lieferformat und die Governance jeder Initiative.

**Wichtigste Erkenntnisse:** Die Kartierung zeigt sowohl erhebliche Gemeinsamkeiten als auch bedeutende Unterschiede. Zu den thematischen Kernüberschneidungen aller Programme gehören das umfassende geriatrische Assessment (CGA), Gebrechlichkeit, Multimorbidität, Demenz, Sturzprävention und altersfreundliche Versorgungsprinzipien. Die Programme unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der Zielgruppe (postgraduale Ärzte vs. multidisziplinäre Teams vs. politische Entscheidungsträger), des Vermittlungsformats (Präsenzkurse, Online-Module, Fellowship-Austausche) und des regionalen Schwerpunkts. Europäische Programme (EuGMS, EAMA, UEMS-GMS) konzentrieren sich tendenziell auf die fachärztliche Ausbildung und die Harmonisierung von Kompetenzstandards. Initiativen im asiatisch-pazifischen Raum und in Lateinamerika betonen den Kapazitätsaufbau in Regionen, in denen die Geriatrie noch eine aufstrebende Disziplin ist. Den UN-nahen Einrichtungen (INIA, PAHO) obliegt die politische Umsetzung und die Personalentwicklung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Die Autoren identifizieren Komplementaritäten: Programme, die verschiedene Karrierestufen, Sprachen und Regionen bedienen, können eine kohärente globale Pipeline bilden, anstatt redundant zu konkurrieren.

**Implikationen:** Die Autoren plädieren für eine formelle interorganisationale Koordination – einschließlich gegenseitiger Anerkennung von Lehrplänen, gemeinsamer digitaler Lernressourcen, Fakultätsaustausch und harmonisierter Kompetenzrahmen. Besondere Dringlichkeit wird der Ausweitung der Ausbildung in Afrika, Südasien und Lateinamerika beigemessen, wo die demografische Alterung am schnellsten voranschreitet, die geriatrische Ausbildungsinfrastruktur jedoch am dünnsten ist. Der Artikel hebt auch die Rolle nichtärztlicher Gesundheitsfachkräfte und die Notwendigkeit interprofessioneller Ausbildung hervor.

**Einschränkungen:** Es handelt sich um eine narrative Kartierungsübung, die auf Expertenbeiträgen von Organisationsvertretern basiert und nicht um ein systematisches Review mit formalen Suchprotokollen. Die Abdeckung spiegelt daher möglicherweise die Netzwerke der Autorengruppe wider. Ergebnisdaten zur Wirksamkeit einzelner Programme bei der Verbesserung der Patientenversorgung fehlen in dieser Analyse weitgehend.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Over 10 major transnational geriatrics training initiatives were mapped across six continents, revealing significant geographic and curricular diversity.
  • Core topics — frailty, CGA, multimorbidity, dementia — appear across virtually all programs, forming a de facto global geriatrics curriculum.
  • Programs complement each other by targeting different learner groups: physicians, multidisciplinary teams, and health policymakers.
  • Low- and middle-income countries face the greatest geriatric workforce gaps despite rapid population ageing, requiring urgent targeted investment.
  • Authors call for formal inter-organizational coordination, shared resources, and mutual recognition of geriatrics training standards globally.

Methodik

Dies ist ein kollaborativer narrativer Mapping-Artikel und keine systematische Übersichtsarbeit. Vertreter großer internationaler Geriatrie-Organisationen haben Beschreibungen ihrer Initiativen beigesteuert, die anschließend synthetisiert wurden, um Überschneidungen und Komplementaritäten zwischen den Programmen zu identifizieren.

Studienlimitierungen

Die Kartierung stützt sich auf Expertenbeiträge aus den eigenen Organisationen der Autoren, was potenzielle Selektionsverzerrungen und die Auslassung von Initiativen außerhalb der Netzwerke der Autoren mit sich bringen kann. Es wurde keine standardisierte Suchmethodik angewendet, und der Artikel liefert keine Ergebnisbelege dafür, ob spezifische Programme die klinische Versorgung auf Patientenebene verbessern.

Hat dir diese Zusammenfassung gefallen?

Erhalte die neueste Longevity-Forschung jede Woche in deinen Posteingang.

E-Mail-Adresse zum Abonnieren eingeben: