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40 % der Erwachsenen weltweit leiden an einer Darm-Hirn-Störung – Neue globale Daten aus Rom V

Eine Umfrage mit 28.771 Teilnehmern aus 15 Ländern bestätigt, dass Darm-Hirn-Erkrankungen 4 von 10 Erwachsenen betreffen, mit höheren Raten bei Frauen und abnehmender Prävalenz mit zunehmendem Alter.

Mittwoch, 19. August 2026 7 Aufrufe
Veröffentlicht in Gut
A close-up illustration showing the human torso with the gut and brain connected by the vagus nerve, overlaid on a world map background, in a medical textbook style

Zusammenfassung

Eine umfangreiche internationale Studie unter Verwendung der neuen Rome V-Diagnosekriterien ergab, dass 40,9 % der Erwachsenen weltweit mindestens eine Störung der Darm-Hirn-Interaktion (DGBI) aufweisen – nahezu unverändert gegenüber den 40,5 %, die unter den Rome IV-Kriterien festgestellt wurden. Die Studie befragte knapp 29.000 Erwachsene in 15 Ländern. Funktionelle Dyspepsie war die häufigste Magenerkrankung (8,1 %), das Reizdarmsyndrom betraf 8,5 % und chronische Verstopfung 8,9 % der Befragten. Frauen wiesen höhere Prävalenzraten auf, und DGBIs wurden mit zunehmendem Alter seltener. Zwei neu klassifizierte Erkrankungen – Abdominalmigrä­ne (5,1 %) und das Unfähigkeit-zu-rülpsen-Syndrom (1,4 %) – wurden ebenfalls erstmals erfasst. Die Übereinstimmung zwischen zwei bedeutenden Diagnoserahmen stärkt das Vertrauen darin, dass Darm-Hirn-Störungen eine echte und erhebliche globale Gesundheitsbelastung darstellen, mit klaren Auswirkungen auf das Altern und die Lebensqualität.

Detaillierte Zusammenfassung

Störungen der Darm-Hirn-Interaktion (DGBI) – früher als funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen bezeichnet – befinden sich an der Schnittstelle von Neurowissenschaft, Gastroenterologie und Alternsforschung. Diese Erkrankungen beeinträchtigen die Lebensqualität, treiben die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen in die Höhe und werden zunehmend als Erkrankungen verstanden, die bidirektionale Darm-Hirn-Signalwege umfassen, die für systemische Entzündungen und die neurologische Gesundheit relevant sind. Das Verständnis ihrer tatsächlichen weltweiten Prävalenz ist grundlegend für Forschung und klinische Planung.

Diese Studie setzte den neu aktualisierten Rome V-Diagnosefragebogen in einer bevölkerungsbasierten Internetumfrage mit 28.771 Erwachsenen aus 15 Ländern ein und verglich die Ergebnisse direkt mit der Rome IV Global Epidemiology Study. Beide Umfragen verwendeten validierte, strukturierte Selbstauskunftsinstrumente, um Diagnosen in 25 DGBI-Kategorien zu vergeben.

Der Hauptbefund: 40,9 % der Erwachsenen erfüllten die Kriterien für mindestens eine DGBI nach Rome V – nahezu identisch mit den 40,5 %, die nach Rome IV ermittelt wurden. Unter den spezifischen Erkrankungen war die unklassifizierte Darmstörung am häufigsten (9,6 %), gefolgt von chronischer Obstipation (8,9 %), IBS (8,5 %) und funktioneller Dyspepsie (8,1 %). Funktionelle Dysphagie führte bei den ösophagealen Störungen (4,1 %), und Proctalgia fugax lag bei den anorektalen Erkrankungen an der Spitze (7,3 %). Zwei für Rome V neue Erkrankungen – abdominale Migräne (5,1 %) und das Unfähigkeit-zum-Aufstoßen-Syndrom (1,4 %) – wurden erstmals epidemiologisch charakterisiert. Die Prävalenz war bei Frauen durchgehend höher und nahm mit zunehmendem Alter ab.

Die robuste diagnosekriterienübergreifende Konsistenz ist wissenschaftlich bedeutsam. Sie bestätigt, dass diese Erkrankungen keine Artefakte sich verschiebender Definitionen sind, sondern eine reale, stabile Pathophysiologie widerspiegeln. Der altersbedingte Rückgang der DGBI-Prävalenz ist besonders interessant – er könnte einen Überlebensbias, physiologische Anpassung oder Unterschiede im Berichterstattungsverhalten älterer Erwachsener widerspiegeln und erfordert weitere Untersuchungen.

Für Kliniker und Langlebigkeitspraktiker unterstreichen die Daten, dass eine Dysfunktion der Darm-Hirn-Achse zu den häufigsten chronischen Erkrankungen gehört, mit denen ihre Patienten leben. Die Behandlung von DGBI kann nachgelagerte Auswirkungen auf Entzündungen, Schlaf, psychische Gesundheit und die gesamte gesunde Lebensspanne haben. Die Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract.

Wichtigste Erkenntnisse

  • 40.9% of adults globally have at least one gut-brain disorder — consistent across Rome IV and Rome V criteria.
  • Women have significantly higher DGBI prevalence than men; rates decline with advancing age.
  • IBS (8.5%), chronic constipation (8.9%), and functional dyspepsia (8.1%) are the most prevalent specific conditions.
  • Abdominal migraine affects 5.1% of adults globally — a newly classified DGBI in Rome V.
  • Cross-criteria consistency across 28,771 people in 15 countries validates the reliability of DGBI prevalence estimates.

Methodik

Bevölkerungsbasierte Internetumfrage mit 28.771 Erwachsenen aus 15 Ländern unter Verwendung des Rome-V-Diagnosefragebogens. Mittels multivariater logistischer Regression wurden Zusammenhänge zwischen demografischen Faktoren und dem DGBI-Status untersucht. Die Ergebnisse wurden mithilfe desselben Analyseansatzes direkt mit der Rome-IV-Global-Epidemiologie-Studie verglichen.

Studienlimitierungen

Die Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract; vollständige Methodik, länderspezifische Aufschlüsselungen und Details des Regressionsmodells stehen nicht zur Überprüfung zur Verfügung. Internetbasierte Umfragen erfassen ältere Erwachsene und Personen mit eingeschränktem digitalem Zugang möglicherweise unzureichend, was die altersbezogenen Prävalenzschätzungen verzerren kann. Selbstberichtete Symptomfragebögen sind mit inhärenten Verzerrungen durch Erinnerungslücken und soziale Erwünschtheit behaftet.

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