Longevity & AgingMitochondriale DNA-Mosaik fungiert als quantifizierbare molekulare Uhr des Alterns
Jede menschliche Zelle enthält Hunderte von Kopien der mitochondrialen DNA, und im Laufe des Lebens entstehen zufällige Replikationsfehler. Wenn sich ein einzelnes mutiertes Molekül klonal ausbreitet und den mtDNA-Pool einer Zelle dominiert, verliert diese Zelle ihre Atemkettenfunktion – während die benachbarten Zellen normal bleiben. Diese Übersichtsarbeit fasst Belege dafür zusammen, dass eine solche „klonale Mosaizität" der mtDNA-Heteroplasmie eine quantifizierbare molekulare Uhr des Alterns darstellt. Zu den wichtigsten Erkenntnissen zählen ein biphasisches, gewebespezifisches Akkumulationsmuster, populationsweite Zusammenhänge zwischen Heteroplasmiebelastung und Sterblichkeit, ein zweistufiger Mutationsmechanismus, der nur durch Einzelzell-Sequenzierung sichtbar wird, sowie Verbindungen zu Inflammaging und zellulärer Seneszenz. Technologien wie Duplex-Sequenzierung und digitale Droplet-PCR können diese Uhr heute mit Einzelmolekül-Auflösung ablesen und eröffnen damit den Weg zu blutbasierten Biomarkern des biologischen Alters.